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Der erste Planetenlehrpfad der Welt für Blinde und Sehende Planetenlehrpfade sollen helfen, die unvorstellbaren Dimensionen des Weltraums, die Größe der Himmelskörper und ihre Entfernungen zueinander, auch sinnlich nachzuvollziehen. Der Marburger Planetenlehrpfad ist der erste in Hessen. Er ist der erste auf der Welt, der auch blinden Menschen einen Zugang ermöglicht. Ein kolorierter Reliefplan im offenen Teil von drei Schaukästen ermöglicht es blinden und sehenden Besuchern, sich einen geographischen Überblick über die Lehrpfad-Strecke zu verschaffen. Auch die Informationen auf den Bronzetafeln der Sonne und der Planetenstationen wurden in reliefierten Buchstaben und in Blindenschrift abgebildet. Die Broschüre für den Lehrpfad wurde auch in Blindenschrift gedruckt und für Altersblinde und hochgradig Sehbehinderte professionell auf Cassette aufgelesen. Der Planetenlehrpfad entstand als Projekt der Politik-AG der Carl Strehl Schule, dem Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte der Deutschen Blindenstudienanstalt (Blista) in Marburg. Initiator und Organisator des Lehrpfades war der Lehrer Hans Junker. Im Zusammenhang mit dem AG-Thema "Kommunalpolitik" plante und realisierte er gemeinsam mit 7 Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 vom September 1994 bis zum September 1995 diesen einzigartigen Lehrpfad. Die Astronomische Gesellschaft verlieh diesem Projekt 1996 den erstmals vergebenen „Hans-Ludwig-Neumann-Preis“ zur Förderung des astronomischen Schulunterrichts. Auf dem Kongress der Astronomischen Gesellschaft in Tübingen begründete ihr Vorsitzender, Professor Hanns Ruder, die Preisvergabe damit, dass dieses „außergewöhnliche fachdidaktische und fächerübergreifende Vorhaben“ zur astronomischen Allgemeinbildung beitrage und „die Arbeit der Schule einer breiten Öffentlichkeit nahebringt“. Die Sonne und die Planetensäulen wurden von Auszubildenden der Ausbildungsstätte des Bauhandwerkes in Marburg unter der Leitung von Herrn Wick, Herrn Heine und Herrn Gerhard unentgeltlich hergestellt und montiert. Die Modelle für die Planetenstationen entstanden in den Werkstätten der Deutschen Blindenstudienanstalt, die Gußarbeiten der Bronzetafeln führte die Kunst- und Glockengießerei Rincker in Sinn/Hessen durch. Die Aluminium-Reliefübersichtspläne des Lehrpfades wurden in der Gießerei Stauß in Mornshausen bei Gladenbach gegossen. Schirmherren und Förderer des Lehrpfades waren Landrat Prof. Dr. Kliem und Oberbürgermeister Möller. Vorbild und Modell des Marburger Lehrpfades ist der Planetenlehrpfad in Hude westlich von Bremen, der von den Lehrern Dr. Alfs und Langetepe 1994 errichtet wurde (vgl. www.hude.de). Hude liegt zwischen Bremen und Oldenburg und ist gut über das Bahnnetz zu erreichen.
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